Source : © Walliser Bote • 2009 • Lien
Dem Lauf der Dinge auf der Spur
Im Schloss von Leuk-Stadt stellen bis zum 25. April 19 junge Oberwalliser Kunstschaffende aus.
«Än tolli Sach!», zeigt sich der Leuker begeistert. «Und erst noch so viel junges Volk im Schloss», freut sich eine ältere Dame. «Diese Räume eignen sich wahrlich bestens für derartige Ausstellungen», findet ein anderer Besucher. «Spannende Werke», bringt eine jüngere Besucherin ihre Sicht der Dinge auf den Punkt.
Wofür es da recht viel Lob und verdiente Anerkennung absetzt: «Der Lauf der Dinge», eine Gruppenausstellung von 19 jungen Oberwalliser Kunstschaffenden im Schloss zu Leuk-Stadt. Diese Werkschau feierte Samstagabend unkompliziert, mit viel Publikum und dem Walliser Jugenddelegierten Paul Burgener als Festredner ihre Eröffnung. Was dieser Kunstschau einen speziellen Touch verleiht: Grosses Engagement von jungen Kunstinteressierten machte sie möglich. Zu verdanken ist das Zustandekommen von «Der Lauf der Dinge» den beiden Kunstschaffenden Manuela Brügger und Ramon Schnyder. Sie standen nicht nur also Organisatoren im Einsatz, sondern sind an der Ausstellung auch mit Kunstwerken vertreten.
Hinter jedem Werk steht ein Text
Sie freue sich, dass das Publikum dermassen zahlreich erschienen sei, bemerkte Manuela Brügger in ihrer kurzen Begrüssungsrede. Und Ramon Schnyder erläuterte der Besucherschar das Konzept, welches hinter dieser Gruppenausstellung steckt: Alle 19 Kunstschaffenden konnten einen Abschnitt aus einem Text, den Alain Diezig speziell für dieses Projekt schrieb, auslesen und dazu ein Kunstwerk schaffen. Wobei Vielfalt Regie führte. Waren doch weder in Sachen Medium noch Stil irgendwelche Vorgaben zu erfüllen.
«Die Türen stehen allen offen»
Das Projekt «Der Lauf der Dinge» erhielt vom Kanton Wallis eine Unterstützung in der Höhe von 8000 Franken zugesprochen. «Gut investiertes Geld», wie der Walliser Jugenddelegierte Paul Burgener in seiner Rede betonte. Er kam dabei auch auf «Wegweiser» zu sprechen, also auf jene Ausstellung vom vergangenen Jahr in Brig, hinter welcher ebenfalls Idee und Engagement eines jungen Kunstschaffenden steckte. Letztes Jahr sei es Marco Breu gewesen, heuer Manuela Brügger und Ramon Schnyder, führt Paul Burgener aus. Und betonte: «Die Türen stehen allen offen.» Womit er sein Büro in Sitten meinte und wohl auch an jene des Schlosses in Leuk-Stadt dachte, welche nun bis zum 25. April für die «Entdeckung der jungen Oberwalliser Kunstszene» offen stehen.
«Was die da machen ...»
Mit der Unterstützung des Kantons fände nicht zuletzt auch die Wertschätzung fürs Schaffen junger Künstlerinnen und Künstler ihren Ausdruck, fuhr der Walliser Jugenddelegierte fort. «Der Lauf der Dinge» möge also Ansporn bedeuten für weitere derartige Projekte, wünschte sich Paul Burgener. «Was die da machen, sollten wir auch tun», ermunterte er die jungen Leute und garantierte am Schluss seiner Ausführungen möglichen Nachfolge-Projekten nochmals seine Unterstützung: «Ich bin dabei.»
Vielfalt ohne Grenzen
Wer sich dieser Tage dem «Lauf der Dinge» auf die Spur macht, entdeckt dabei eine Vielfalt ohne Grenzen. Und lernt dabei erst noch das Leuker Schloss kennen. Warum die Projektleiter übrigens «Der Lauf der Dinge» als Ausstellungstitel wählten, hat nichts mit dem legendären Film des weltbekannten Schweizer Künstlerduos Fischli/Weiss zu tun. «Der Lauf der Dinge durchzieht unser Leben wie ein roter Faden, der . . . einen Bogen zwischen Klassischem und Zeitgenössischem spannt», halten Manuela Brügger und Ramon Schnyder im Ausstellungskatalog fest. Wie den beiden die Ausstellung überhaupt gefällt? «Tipptopp», sagte sie, «habe noch keine Zeit gehabt, sie zu geniessen», antwortete er uns kurz vor der Vernissage.
Bereichernd und brav
Junge stellen für Junge eine Kunstausstellung auf die Beine lobenswert. Manuela Brügger und Ramon Schnyder verhalfen mit «Der Lauf der Dinge» 19 einheimischen Kunstschaffenden zu einer Plattform und Kunstinteressierten zur Begegnung mit der jungen Oberwalliser Kunstszene.
Das Niveau der gezeigten Kunstwerke ist recht unterschiedlich. Es gibt Spannendes zu entdecken, aber auch eher Langweiliges. Was ja nichts Schlimmes ist. Und an Gruppenausstellungen nicht nur von Jungen immer wieder mal der Fall ist.
Was mir zudem auffiel: Ein spannendes Bild zu malen ist und bleibt schwierig. Und die Jugend zeichnet sich mit wenigen Ausnahmen durch ziemlich braves Schaffen aus.
Das Niveau der gezeigten Kunstwerke ist recht unterschiedlich. Es gibt Spannendes zu entdecken, aber auch eher Langweiliges. Was ja nichts Schlimmes ist. Und an Gruppenausstellungen nicht nur von Jungen immer wieder mal der Fall ist.
Was mir zudem auffiel: Ein spannendes Bild zu malen ist und bleibt schwierig. Und die Jugend zeichnet sich mit wenigen Ausnahmen durch ziemlich braves Schaffen aus.
Lothar Berchtold